Medien spielen im Alltag von Kindern eine wichtige Rolle. Die Kinder kennen aber vor allem die Empfängerseite: Filme schauen, Musik und Geschichten hören. Kinder brauchen aber auch Gelegenheiten, diese Erlebnisse mit Medien zu verarbeiten. Bereits kleine Kindern dürfen in Sachen Medienkompetenz gefördert werden. Sie sollen lernen Medien zu durchschauen und selber zu reflektieren. Acht Punkte von Prof. Friederike Tilemann zeigen, wie Sie ihre Kinder hierbei unterstützen können.

 

Im Folgenden an acht Punkten von Frau Prof. Friederike Tilemann aufgezeigt, wie Medienkompetenzen schon im Vorschulalter und Kindergarten gefördert werden können. Mit selbst gestalteten Medienerlebnissen erzählen Kindern viel über ihre eigene Sicht auf die Welt. Es werden einfache Lerngelegenheiten aufgezeigt, die es den Kindern ermöglichen sollen, Medienkompetenzen zu erwerben. (Nach Tilemann F., 2013: Mit Kamera, Farbe und Purzelbaum)

 

1. Medienerkennen und durchschauen

Kinder müssen schon früh lernen zwischen Wirklichkeit und medialer Darstellung zu unterscheiden. Sie haben vielleicht schon gemerkt, dass wenn sie einen T-Rex im Fernseher sehen, dieser nicht im Gerät drin steckt und gefährlich ist. Die Medienwelt ist aber noch viel komplexer. Mit Kindern beispielsweise aus unterschiedlichen Perspektiven zu fotografieren oder einen lustigen Film mit ganz trauriger Musik zu untermalen, hilft den Kindern zu verstehen, dass Medieninhalte eine konstruierte Darstellung ist, die nicht der Wirklichkeit entsprechen muss.

 

2. Sich mit Medien ausdrücken

Es geht auch darum, dass Kindern lernen, die Medien nicht nur zu konsumieren, sondern  dass man sich selber mit Medien ausdrücken kann. Sie erleben Medien als Werkzeug, indem sie eine eigene Geschichte vertonen oder über selbst geknipste Fötelis vom Familienausflug ins Gespräch kommen.

 

3. Identitätsarbeit mithilfe der Medien

Sogar eine gewisse Identitätsarbeit ist möglich mit Medien. Vor der Kamera verschiedene Gesichtsausdrücke ausprobieren.  Selbst mittels Grimassen Schneiden können Kinder dazu ermuntert werden, über sich selber, Fähigkeiten, Wünsche und Ängste nachzudenken und zu reden.

 

4. Themen mithilfe der Medien bearbeiten

Themen mithilfe der Medien bearbeiten, wird in der Schule häufig gemacht. Aber natürlich ist das auch in der Familie möglich. Mithilfe von Symbolen der Medienwelt drücken Kinder oft ihre Gedanken und Gefühle aus, die sie beschäftigen. Greift man diese Symbole wieder auf im Gespräch, versteht man besser, was ein Kind gerade bewegt und worüber es nachdenkt.

 

5. Eigenen Medienumgang reflektieren

Kinder erleben viele Emotionen bei der Mediennutzung und brauchen deshalb unbedingt Begleitung. Durch gemeinsames reflektieren, lernen Kinder ihre Emotionen wahrzunehmen. Was hat meine Wut gerade ausgelöst, warum bin ich traurig? Was kann ich tun, damit ich das nächste Mal nicht so aufgewühlt bin?

 

6. Verarbeitung von Medienerlebnissen

Natürlich kann man Medienerfahrungen nicht bloss im Gespräch reflektieren, was doch manchmal etwas trocken wirkt. Kinder verarbeiten ihre Erlebnisse auch gerne vielfältig und auf kreative Weise. Zum Beispiel im Rollenspiel oder mittels Zeichnungen. Kinder brauchen Freiraum aber auch Anregungen von aussen, um Erlebtes nachzuspielen, einzuordnen und zu verarbeiten.

 

7. Medienangebote als besonderes Erlebnis

Für Kinder darf das Medienangebot durchaus auch als schönes Erlebnis erfahren werden. Man darf auch mit den Medien leben. Kinder sollen Medienangebote bewusst auswählen dürfen. Ein gemütlicher Rahmen ist zu schaffen und Medien erhalten einen Mehrwert, wenn sie als gemeinsames Erlebnis genossen werden. Danach können sie ihre gesammelten Eindrücke gemeinsam nachspielen, sich austoben oder gar eine Zeichnung dazu anfertigen. Je nach Lust und Laune.

 

8. Meiden als Speicher und Informationsquelle

Schliesslich dürfen Kinder durchaus schon lernen, dass Medien als Speicher und Informationsquelle dienen können. Eine Bücherecke mit Kinderlexika zum Stöbern, aber es darf auch schon digital auf einer DVD sein, um zu recherchieren. Förderlich kann auch ein Fotoalbum sein, in welchem Kinder ihre gebauten Kunstwerke fotografieren und sammeln können, um eine freudige Form der Erinnerungsarbeit zu erleben. Kinder setzen sich so mit ihrer eigenen Entwicklung auseinander.

 

Lassen Sie sich von diesen 8 Punkten inspirieren, um mit Ihren Kinder auf spielerische Art und Weise und mit Freude Medienkompetenz zu erlernen und erleben.

 

Dies ist ein Beitrag aus dem „Elternabend für Vorschule und Kindergarten“

 

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