Gerade beim Reisen ist es ja soo praktisch. Werden die Kinder quengelig, schafft ein elektronisches Gerätchen  auf wundersame Weise Abhilfe. Doch soll man Kindern Tablets überlassen? Und wenn ja: Mit welchen Programmen und Schutzvorrichtungen sollen diese ausgestattet sein? Was bringen die Kinder-Apps? Sind spezielle Kinder-Tablets eine gute Sache? Ein Schnelltest.

Der Test hat sich auch wirklich angeboten. In der Migros war das Samsung Galaxy Tab 3 Kids (Bild) in der Aktion für läppische 130 Franken zu kriegen. Für Medieninteressierte schon fast ein Muss. Gesagt, gekauft, ausgepackt und installiert. Wobei auch letzteres keine Sache ist. Samsung setzt auf ein „stinknormales“ Tablet – das Galaxy Tab 3 – welches mit einer speziellen, wirklich einfach zu verwaltenden Kinderschutz-App bestückt ist.

Nach den ersten bekannten Schritten folgt dann aber die Info, dass für dieses Gerät die Nutzung durch Kinder eingerichtet werden kann (Abb. 1). Wer den Kindermodus wählt, wird automatisch in eine entsprechende „Kinderumgebung“ gelenkt. Hierbei geht es um eine App, welche den Zugriff auf die Standardfunktionen des Android Systems (2.2) sowie weitere Apps verwehrt. Stattdessen landet man wie erwähnt auf einer vereinfachten Bedieneroberfläche, die vor allem Spiele, Unterhaltung und Kreatives für Kinder bereithält. Zur Beruhigung: Die Kinderumgebung kann mit dem gesetzten Elternpasswort nach wie vor verlassen werden. Das Kids-Tablet kann also auch als Spielzeug für Erwachsene genutzt werden. Apropos Spielzeug: Das Tablet ist mit einer Kunststoff-Manschette so geschützt, dass ein Glasbruch doch relativ unwahrscheinlich wird.

Die verschiedenen Apps (Abb. 2) sind von Erwachsenen relativ schnell durchgespielt. Die Zeichenmöglichkeiten könnten sicher etwas länger genutzt werden. Es bleibt jedoch die Frage, ob Kinder wirklich Freude daran finden, mit dem knubbeligen Stift auf dem Tablet zu zeichnen? Tabletzeichnungen haben nach wie vor grosse Mankos: Mit mehr oder weniger drücken kriegt man nicht ein Mehr an Ausdruck aufs „Blatt“. Das Kind kann die Zeichnung auch nicht einfach verschenken. Ausdrucken? Fehlanzeige. Die Werke der Kinder werden somit auch kaum aufgehängt oder in einer Mappe mit Kinderzeichnungen aufbewahrt.

Was Spass macht, sind die Tüftel-Aufgaben von Peterson und Findus. In diesen Apps geht es darum, verschiedene Maschinen und Abläufe zum laufen zu bringen. Darunter sind Aufgaben zu finden, die auch für Erwachsene nicht ohne sind. Anspruchsvoll. Das trifft ohnehin für vieles zu. Einige der Apps bedingen schon einiges an Schreib- und Lesekompetenz. So ist auch anzunehmen, dass Kinder, die so gut lesen und schreiben können, lieber gleich auf der Standardoberfläche und mit allerlei Games und Chat-Programmen ihre Zeit vertreiben. Wenn das Tablet also während der 10-stündigen Fahrt nach Italien beschäftigen soll, so ist die Installation weiterer Apps notwendig. Hier haben Samsung und Android gegen Geld doch einiges zu bieten.

Fazit: Das Tablet eignet sich für die Annäherung an das Medium. Aber nicht ohne Aufwand. Bestechend: Wenn Sie sich bezüglich Tablet als nicht so fit bezeichnen, so haben sie eine verständliche, einfache Lösung gekauft.

„Look and Feel“ dürfte vor allem die 4 bis 7-Jährigen ansprechen. Dagegen setzen einige Apps die Kompetenzen von 8 bis 10-Jährigen voraus. So sind Sie herausgefordert, mit den Kindern nach weiteren brauchbaren Apps zu suchen. Hilfreiche Seiten dazu haben wir im Artikel „Kinder-Apps Bewertungen“ beschrieben. 

Unter dem Strich bleibt ein etwas zwiespältiges Gefühl: Ein lustiges Gadget das „unbedingt“ gekauft werden muss … nach einer ersten Exploration aber sicher an Attraktivität einbüsst und auch gerne mal in der Ecke landet. En solches Gerät muss man nicht haben. 

Screenshot zum ersten Schritt der Installation der Kindersoftware

Abb. 1

Der Screenshot zeigt eine Auswahl an Kinderapps.

Abb. 2

 

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