Warum soll das so wichtig sein?

Erfahrene Eltern und Fachleute sind sich einig: Das regelmässige und unaufgeregte Gespräch über die Nutzung digitaler Medien bietet den besten Schutz vor Schwierigkeiten. Zudem schaffen wir so eine gute Basis für die heimische Förderung von Medienkompetenz.

Immer wieder müssen wir leider feststellen, dass viele Kinder Angst davor haben, mit den Eltern über die tägliche Nutzung digitaler Medien zu sprechen. Sie fürchten sich davor, in der Zeit und den Anwendungen eingeschränkt zu werden. Das führt dazu, dass rund zwei Drittel der Kinder bei Schwierigkeiten im Netz nicht auf ihre Eltern zugehen würden. So kann es vorkommen, dass Fälle von Cybermobbing, von Abzocke oder anderen Schwierigkeiten oft zu spät bearbeitet werden können.

Darum: Das Beste ist, wenn wir uns von den Kindern immer wieder zeigen lassen, was gerade in ist, was die Kollegen so nutzen und was noch so alles möglich ist. Fragen, zuhören, ausprobieren. Wenn Kinder merken, dass wir uns „unfaufgeregt“ mit diesen Medien auseinandersetzen können, so kommen sie mit Problemen und Fragen auch eher auf uns zu. Eigentlich sollten wir unseren Kindern Folgendes versprechen: „Du, wenn es im Chat, beim Gamen oder sonst wo im Internet zu Schwierigkeiten kommt, so bin ich wirklich froh, wenn du zu mir kommst. Ich verspreche dir ein möglichst „unaufgeregtes“ Verhalten. Es gibt also nicht gleich Tabletverbot oder so. Ich bin einfach dankbar, wenn du kommst. Zudem: Ich fände es super, wenn du mir von dir her zeigen würdest, was du so machst und wie das funktioniert.“

 

Nicht immer gleich werten.

Ein gelingendes Gespräch setzt voraus, dass wir die Motive und Interessen unserer Kinder ernst nehmen. Auch wenn das eine oder andere „sinnlos“ oder „unnötig“ erscheinen mag, in der Regel sind diese Dienste für Kinder tatsächlich sehr wichtig. Sie verbinden die Gleichaltrigen, ermöglichen die Entwicklung wichtiger Medienkompetenzen, etc. Für Kinder hat jede Mediennutzung ihren Sinn. Auch wenn es nur um die Überwindung von Langeweile geht. Wenn wir verstehen, welchen Nutzen unsere Kinder von den Medien erwarten, so können wir sie besser unterstützen. Darum sind Musical.ly und Snapchat nicht einfach doof. Darum macht Instagram Sinn. „Zeit mir …“ „Erklär mir …“

 

Wenn mein Kind nicht mehr einfach erzählt?

Mit der Pubertät kommt es vor, dass Kinder nicht mehr einfach so Auskunft geben. Hier kann folgende Frage einen Einstieg ermöglichen: „Du, die anderen in der Schule, was schauen die so auf Youtube?“ Darüber berichten auch Jugendliche gerne! Und schon sind wir mitten im Gespräch. Das Beste ist natürlich, sich zusammen ans Tablet oder den PC zu setzen. Gemeinsam schauen wir, was zur Zeit so en vogue ist. Wir werden in der Betrachtung solcher Beiträge auch auf Themen stossen, die der Besprechung bedürfen. „Worum geht es in diesem Video genau?“ „Weisst du warum hier nur Frauen mit Essstörungen auftreten?“

Im Zuge der aktuellen Sexting- und Pornodiskussion kann es beispielsweise auch angezeigt sein, mit den Jugendlichen über Wichtigkeit und Rahmenbedingungen betreffend dieser Themen zu sprechen. Ab dem 2. Schuljahr bleibt uns eine Aufklärung bezüglich pornographischer Inhalte kaum erspart. Mehr dazu erfahren Sie an den Elternabenden von zischtig.ch.

 

Ursprünglicher Artikel: April 2014 / Leichte Aktualisierung im März 2018

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