Die Stiftung Elternsein führt seit 2018 eine Sensibilisierungs-Kampagne. An präparierten Handys kann erfahren werden, wie es schmerzt, wenn man gemobbt wird. Mitarbeitende von zischtig.ch gehen damit von Schule zu Schule. 

Kinder müssen das Chatten und die erweiterte Kommunikation auf Social Media erst erlernen. Dabei kommt es zu Verletzungen. Egal ob dies aufgrund mangelnder Erfahrung oder mit dem Ziel der Gewaltanwendung geschieht: Beleidigungen, Drohungen und Ausschliessen im Chat tun weh. Seelische Verletzungen können die Entwicklung des Kindes stark beeinträchtigen.

Die Kampagne

Mit der Erlebniskampagne «wenn Worte weh tun» macht die Stiftung Elternsein die Folgen von Cybermobbing körperlich spürbar. Anhand einer eigens angefertigten Handy-Installation kann der Schmerz von Mobbing-Opfern nachempfunden werden. Während man das Smartphone in der Hand hält, treffen verletzende Nachrichten ein. Die Kinder und Jugendlichen spüren dabei ein leichtes bis mittleres Kribbeln. Die Intensität der Impulse kann selbständig variiert werden und ist gesundheitlich unbedenklich. 

Die Arbeit mit Schulklassen

Zur Zeit ist ein Team von zischtig.ch mit diesen Installationen sowie einem Begleitprogramm unterwegs. Die angemeldeten Klassen arbeiten je eine Lektion zusammen mit Fachleuten von zischtig.ch. In der Regel werden zwei Gruppen gebildet. Während der Gruppenarbeiten befassen sich die Kinder und Jugendlichen mit Ursachen von Cybermobbing sowie griffigen Strategien für eine friedliche Mediennutzung. Es wird systematisch bearbeitet, wie Missverständnisse oder Affekthandlungen vermieden werden können. Ausserdem ist die Lektion so angelegt, dass alle Schülerinnen und Schüler einmal die Handy-Installation nutzen können. 

Erste Erfahrungen

Die Kinder und Jugendlichen berichten immer wieder von verletzenden Vorkommnissen im Chat. Solche Erfahrungen und damit verbundene Wünsche an die Klassenkameradinnen und -kameraden halten sie auf einem speziellen Blatt fest. Die Übersicht solcher Blätter ist immer wieder berührend. Es bedarf der gemeinsamen Anstrengung, um ein angemessenes Chatten und Posten zu erlernen. 

Eine Lektion ist wenig. Wir wünschen uns, dass Lehrkräfte, Eltern und Kinder dran bleiben und dem Thema die nötige Aufmerksamkeit geben. 

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