Vor dem Tablet- oder Handy-Kauf schien alles so klar: „Wir haben dann Regeln!“ Doch wie lassen sich die Regeln oder Vorstellungen bezüglich Bildschirmkonsum durchsetzen?

Die meisten Eltern wollen keine Bildschirm-Zombies erziehen. Und eigentlich ist allen klar: „Das braucht Regeln. Wir werden uns daran halten! Höchstens eine Stunde pro Tag!“ Doch die Kinder können auch länger. Und schnell gibt es Stress mit dem Ausschalten. „Wie kriege ich das Kind vom Bildschirm weg?“ ist bei den Elternveranstaltungen von zischtig.ch eine häufig diskutiert Frage. Hier eine Liste mit Tipps.

Brücken bauen und mehr …

Nicht alle Kinder ticken gleich. Daher müssen unterschiedliche Tricks erprobt werden. Die folgenden Ansätze funktionieren oft:

  • Machen Sie vor der Bildschirmnutzung ab, wie es nach dem Game oder der Sendung weitergeht. Häufig haben die Kinder eine Krise, weil sie nach einer Sendung noch nicht wissen, was als nächstes kommt. Ausserdem haben Sie so eine gemeinsame Abmachung, auf die Sie verweisen können.
  • Speziell bei gamenden Kindern muss erst einmal eine Brücke gebaut werden. Denn: Sind sie in einer Spielrunde engagiert, können sie ja nicht einfach von einem auf den anderen Moment aussteigen. Künden Sie beizeiten an, dass nächstens Schluss sei. Fragen Sie nach: „Wie lange geht diese Runde noch?“ Vielleicht setzen Sie sich auch mal daneben. Allenfalls kann es helfen, dem Kind die Hand auf die Schulter zu legen.
  • AAA: Ausschalten, aushalten, ablenken! Oft ist zu hören, dass man sich daran gewöhnen kann, was Kinder zum Protest aufbieten. Einige rufen aus, andere werfen sich tobend zu Boden, einige weinen, einzelne drohen und nochmals andere betteln.
  • Verantwortung: Es ist durchaus ein Versuch wert, dem Kind immer wieder die Verantwortung für die Einhaltung einer wöchentlichen Bildschirmzeit zu übertragen. Es muss lediglich damit gerechnet werden, dass die Kinder die „Einteilung“ nich so vornehmen, wie Eltern sich das wünschen. So ist nicht selten zu hören, dass Jungs ihre Gamezeit gleich anfangs Wochenende schon komplett verspielen. OK!


Prävention

Wer sich vor erwähntem Stress schützen möchte, kann auch präventiv schon einiges unternehmen:

  • Mehr Geräte, mehr Apps und mehr Sender bringen zwangsläufig mehr Versuchungen mit sich. Bildschirme, die nicht da sind, können nicht genutzt werden. Daher: Es ist völlig in Ordnung, mit der Beschaffung eines Tablets oder eines Handys zuzuwarten.
  • Setzen Sie so lange wie möglich Familiengeräte statt persönliche Geräte ein. Es ist nämlich wesentlich schwieriger, das Kind von „seinem“ Handy wegzubringen.
  • Möglichst klare und konsequente Regeln geben dem Kind eine Orientierung: „Es ist klar, ich brauch nicht zu stürmen.“
  • Geben Sie dem Kind in der Wohnung die Möglichkeit, Spielsachen oder Bastelarbeiten auch mal liegen zu lassen. Kinder die ständigem „Aufräum-Druck“ ausgesetzt sind, gehen lieber an den Bildschirm. Das ist einfacher.
  • Ebenso kann es hilfreich sein, auf ein attraktives „Ums-Haus“ zu achten. Laden Gärten und Spielplätze wirklich zum Spielen ein? Oder sind draussen vor allem pflegeleichte Ligusterhecken und abgedeckte Sandkasten zu finden?
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben: Gehen Sie selbst ins Freie. Ob mit den Kindern oder Freunden spielt nicht einmal eine grosse Rolle.
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