Es wird bereits mit Tablets gearbeitet. Brauchen wir zuhause auch ein Tablet für die Kinder?

Der Lehrplan 21 sieht vor, dass die Medienkompetenzvermittlung über die gesamte Zeit der Volksschule erfolgen soll. Somit auch mit den Kindergartenkindern. Medien heisst auf dieser Stufe, dass sämtliche Medien zur Sprache kommen. Es geht also auch um Bücher und Zeitschriften. Aber eben auch um digitale Medien: Fernseher, Tablets, Computer, Tonie-boxen, Video und vieles mehr.

Im Rahmen dieser frühen Förderung werden oft auch Tablets eingesetzt. Aktuell ist zu beobachten, dass viele Kindergärten wenigstens 2 bis 3 Tablets zur Verfügung haben. Die Kindergärtner:innen wurden dafür geschult, mit den Kindern an eine gute Nutzung heranzuführen. In dieser ersten Phase geht es oft um eine sichere Handhabung dieser Geräte. Nicht rumlaufen mit einem Tablet in der Hand. Das Gerät in einer Schutzhülle aufbewahren. Am besten am Tisch verwenden. Solches Lernen ist sehr wichtig.

Bei den Anwendungen kommen einfachste kreative Apps zum Einsatz. Es werden kleine Stop Motion Filme gemacht. Es könnte auch sein, dass es einfach mal um erste Fotos geht. Schliesslich erfahren die Kinder, wie man etwas dokumentieren kann. Im Idealfall verfügt der Kindergarten auch über die Möglichkeit, Kinder an diesen Geräten zeichnen zu lassen.

Müssen wir nun auch?

Berichte über Ausstattung und Tätigkeiten in Kindergärten können Eltern verunsichern. Oft wird die Frage gestellt, ob die Familie nun auch ein Tablet beschaffen müsste. Und welche Apps müssen auf diesen Geräten sein? Kosten die am Ende? Braucht es einen Pencil?

Grundsätzlich gilt: Sie dürfen warten! Es ist nicht notwendig, dass Sie als Familie auch ein Gerät kaufen. Im Kindergarten geht es wirklich nur um eine erste Annäherungen. Wenn Sie in der Familie einmal etwas «nachmachen» möchten, so reicht ihr Handy in aller Regel aus. Vielleicht haben Sie auch als Eltern ein Tablet, welches Sie für eine kurze gemeinsame Aktivität mit dem Kind einsetzen. Das ist vollkommen ausreichend.

Warum nicht?

Wohl gemerkt, viele Eltern haben bereits ein Tablet. Der Kauf eines zusätzlichen Tablets, welches mehr den Kindern zur Verfügung bestehen soll, führt meist zu einer Zunahme des Bildschirmkonsums. Das ist insbesondere in der Phase des Kindergartens nicht wünschenswert. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass die Nutzung digitaler Geräte zu einem Verdrängungseffekt führt. Mit anderen Worten: oft geht dann doch mehr Zeit drauf für Bildschirmaktivitäten, als man gedacht hat. Dies passiert leider immer zulasten von Tätigkeiten wie Bewegung, Spiel, gemeinsame Zeit oder auch Schlaf. Darum ist empfohlen, mit der Beschaffung eines Familiengerätes zuzuwarten. Selbsterklärend: dem Kind gar ein «ganz eigenes» Tablet zu beschaffen ist nicht zu empfehlen. 

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