Bei zischtig.ch gehen viele Interview-Anfragen ein. Gerne unterstützen wir Sie bei der Erarbeitung ihrer Maturarbeit, der VA oder der Diplomarbeit. Interviewanfragen werden jedoch nur berücksichtigt, wenn Sie bereits einiges an Vorarbeiten geleistet haben. Eine Erörterung.

Wir bitten Sie, sich kurz in unsere Situation zu versetzen: Wir erhalten fast täglich Anfragen für Interviews. Oft ist schon unklar, in welcher Ausbildung die Anfragenden sind. Meist gibt’s keine Telefonnummer für eine Rückfrage.
Häufig ist auch das Thema völlig offen: „Wir machen etwas über Socialmedia“. Oder es kommen Fragen, die von der Wissenschaft eigentlich schon beantwortet sind. Ein Beispiel: „Mit unserer Arbeit möchten wir herausfinden, weshalb Social Media psychologisch gesehen so attraktiv und verbreitet ist.“ Die eingereichten Fragen sind manchmal auch nicht eben durchdacht. Manchmal sind es Fragen, die vermuten lassen, dass einfach noch nicht recherchiert wurde. Ein Beispiel: „Glauben Sie, dass die Mehrheit der Jugendlichen Social-Media-süchtig sind?“. Wenn wir diesen Anfragen angemessen nachgehen würden, so hätten wir für Ihre Arbeit locker mal zwei Stunden Arbeit aufzuwenden. Dies ist für eine Organisation ohne Sponsoren oder staatliche Unterstützung nicht tragbar. Wir danken für Ihr Verständnis und die Berücksichtigung folgender Hinweise.

Aha … was heisst das jetzt?

Die Mitarbeitenden von zischtig.ch lassen sich nur noch auf gut vorbereitete Anfragen ein. Darauf legen wir wert:

  • Ihre Mail enthält auch eine Postadresse und eine Telefonnummer.
  • In Ihrer Mail teilen Sie mit, in welcher Ausbildung Sie, an welcher Arbeit Sie sind und bis wann Sie diese abzugeben haben.
  • In Ihrer Mail ist eine präzise Fragestellung zur Arbeit formuliert. Wenn Sie eine Disposition zur Arbeit verfassen mussten, so legen Sie diese am besten gleich bei.
  • Fragestellung oder Fragen lassen eine vorgängige Auseinandersetzung mit Fachartikeln, Fachbüchern oder Theorien erkennen.
  • Daher: Die Fragen sind spezifisch und nicht bereits wissenschaftlich geklärt. Bereits geklärte Sachverhalte müssten über eine Hypothese/Antithese erweitert oder kritisiert werden. Dazu könnten wir Stellung nehmen.


Gibts ein Beispiel?

Nehmen wir Definitionsfragen: „Was verstehen Sie unter dem Begriff Social Media?“ Solche Fragen sind bereits auf Wikipedia gut erörtert. Weitere Fachartikel bieten Zusammenfassungen an. Solche Fragen beantworten wir folglich nicht. Was dagegen interessant wäre, wenn Sie mit einer Hypothese kämen: „Mit Bezug auf die DIVSI-U25-Studie stellen wir insbesondere bei den 18-jährigen fest, dass der Aspekt des „Mitmachens“ in Social-Media-Kanälen immer schwächer oder selektiver wird. Es ist demnach zu Fragen, ob die Verheissung, wonach endlich jeder eine Stimme hat, relativiert werden muss. Unsere Frage an Sie: Welche Beobachtungen machen sie diesbezüglich in der Arbeit mit Berufsschülern oder Erwachsenen. Und teilen Sie die Einschätzung, wonach viele Angst haben, nach Äusserungen beschimpft oder beleidigt zu werden?“
Das Beispiel zeigt:

  • Wenn das Thema gut eingegrenzt ist, so kann man uns nach spezifischen Beobachtungen fragen.
  • Das vorgängige Lesen eines Fachtextes hilft, eine spannende Auseinandersetzung an einer ausgewählten Stelle zu führen.
  • Mit dem Verweis auf eine Studie können wir besser Einordnen, worum es geht und welches Vorwissen Sie einbringen.


Studien? Fachtexte?

Es ist uns bewusst, dass wir einiges verlangen. Jedoch: Das Einlesen gehört zu jeder Arbeit mit dazu. Ausführliche Recherche mit Google oder Duck Duck Go ist also unterlässlich.
Und keine Angst: Es muss nicht immer gleich ein Buch sein. Aktuell gibt es folgende Studienberichte oder Zusammenfassungen, die ganz gut zu lesen sind:

  • Generation Smartphone: Qualitative Studie zum Umgang Jugendlicher mit dem Smartphone.
  • „always on“: Studie darüber, wie Jugendliche das ständige Online-Sein erleben.
  • EU Kids Online: Studie über probleme bei der Internetnutzung bei 9-16 jährigen. Mit internationalen Vergleichsdaten.
  • „Homo Digitalis“: Büchlein aus der Serie Essentials von Springer. Dieses Fasst vieles zum Thema Sucht, neurologische Wirkungen, etc. zusammen.
  • „#StatusofMind“: Studie über die gesundheitlichen Auswirkungen von Social-Media.
  • Links auf ältere Studien finden Sie zudem auf www.zischtig.ch/studien/


Und nun?

Nach Berücksichtigung dieser Vorgaben wenden Sie sich gerne an Frau Claudia Gada: claudia.gada@zischtig.ch

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