Kinder stossen häufig auf Medienproduktionen, die nicht immer als pädagogisch hochwertig beurteilt werden können. Was sind wertvolle Medienangebote und wie können sich Kinder dadurch mit ihren Entwicklungsthemen auseinandersetzen – ohne dabei überfordert zu werden?

 

Das Kind beobachtet Sie beim telefonieren oder sieht, wie die Oma im Wohnzimmer am Tablet Scrabble mit der halben Welt spielt. Auch selbst schaut es fern und hat vielleicht auch schon mal auf einem Smartphone oder Tablet etwas Spannendes erlebt. Es saugt solche Eindrücke förmlich auf und plötzlich erlebt man beispielsweise, wie das Kind mit einer Banane zu telefonieren beginnt.

Was hilft den Kindern ihre Medienerlebnisse gut zu verarbeiten?

 

Gemeinsame Gespräche

Reden über Medien hilft ungemein bei der Verarbeitung neuer Medienerlebnisse. Dies gelingt am besten in einer lockeren und wertschätzenden Atmosphäre. Ihr Kind telefoniert mit einer Banana? Super! Holen Sie sich auch eine und beginnen über die Banana bisschen zu plaudern und neugierig aber nicht wertend fragen, mit wem und über was man denn so telefoniert. Wer sonst noch so telefoniert usw.

 

Mit Verkleidung ins Rollenspiel eintauchen

Kinder lieben es sich zu verkleiden, zu spielen und nicht zuletzt dabei werden auch Medienerlebnisse verarbeitet. Wenn das Kind sich als Minion-Figur verkleiden möchte, so suchen Sie mit ihm zusammen Utensilien, fragen Sie nach, was die Figur Tolles kann, ob er immer gut drauf ist usw. Das Schlüpfen in andere Rollen, in eine fiktive Welt abtauchen hilft den Kindern bei der Verarbeitung von Eindrücken, Gefühlen und Erlebnissen. Sie können Geschichten verändern, ihre Lieblingsfigur zum Helden werden lassen und wenn man lauscht oder gar mitspielt kommen die tollsten Geschichten zum Vorschein, die die Gefühlswelt der Kinder widerspiegeln können.

 

Gemeinsam Erlebnisse gestalten

Um Medienerlebnisse verarbeiten zu können hilft natürlich aber auch der gut alt bewährte Tipp: Gemeinsame Erlebnisse. Zusammen Fernsehschauen zum Beispiel, ein besonderes Medienerlebnis wie ein Homecinema einrichten, mit Popcorn-Tüten, Kissen und Decken, das ist etwas, das den Kindern hilft. Kinder merken, dass es TV nicht nur etwas ist, was Eltern verteufeln, ich fast heimlich machen muss. Sondern da sind Eltern, die mit mir was erleben wollen, mit mir was schauen. Und mit denen kann ich dann sogar darüber reden. Vielleicht sogar ein Spiel daraus machen „Komm wir bauen eine eigene Minion-Hütte“ usw.

 

Verarbeitung über Literatur

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit über Literatur die Medienerlebnisse zu verarbeiten. Es gibt immer mehr Kinderbücher, teilweise sogar aus der Schweiz, die nicht nur TV oder Internet bearbeiten.

Beispiele:

Das Buchstaben Gespenst: Ulla die Eule geht den Phantasien und Geschichten der Kinder nach.

– Der TV-Gucki: Mit einer Geschichte wird dem Thema nachgegangen, was zuviel vor dem Fernseher sitzen bedeutet.

 

Dies ist ein Beitrag aus dem „Elternabend für Vorschule und Kindergarten“