Es wird wieder geforscht: Welche Sendungen sind für unsere Kleinsten gut? Worauf ist zu achten? Fördert Fernsehen die Sprachentwicklung? Die Diskussion hat mit Youtube Kids neu an Brisanz gewonnen. Um so erfreulicher, dass dieses Thema beim Nationalen Fachforum Jugend und Medien aufgenommen wurde. 

Chance oder Risiko

Prof. Dr. Sonja Perren und Dr. Fabio Sticca beleuchteten in ihren Vorträgen sowohl den aktuellen Wissensstand als auch eigene Forschungsvorhaben. Gut zu wissen: Die Forschungsergebnisse sind teilweise noch widersprüchlich. Es wird daher weitere Anstrengungen brauchen, verlässliche Aussagen machen zu können. 

Sprachförderung

Ein Aspekt der bei den Kleinsten natürlich interessiert ist die Sprachförderung. In den ersten Lebensjahren ist dies ein wichtiges Element der Entwicklung. Auch hier: Es gibt Studien, die eine Verzögerung der Sprachproduktion mit 18 Monaten feststellen, wenn ganz kleine Kinder schon Fernsehen1. Auf der anderen Seite gibt es Studien, die keinen Zusammenhang bei der Bildung des Wortschatzes feststellen2.
Was dagegen klar zu sein scheint: Wenn Youtube- oder Fernsehkonsum zusammen mit den Eltern geschieht, so wirkt sich dies nicht nachteilig für das Kind aus. 

Teletubbies?

In unterschiedlichen Studien scheint sich jedoch zu bestätigen, dass vieles von Inhalt und Format abhängig ist. Insbesondere von der Sprachqualität der medialen Beiträge3. Ein höheres Sprachniveau wirkt auch für das Lernen der Kinder anregender. Perren und Sticca bringen hierzu folgenden Vergleich aus den Studien: „Arthur, Clifford, and Dragon Tales“  sind förderlich für die Sprachentwicklung, die Teletubbies dagegen hinderlich. 

Fazit

Was sollen Eltern von kleinen Kindern mit solchen Ergebnissen nun anfangen? zischtig.ch empfiehlt mit Blick auf die eigenen Erfahrungen einen vorsichtigen Weg zu wählen. Zusammengefasst könnte man sich merken: „Wenn ich keine Zeit habe mit dem Kind zu glotzen, so lasse ich es besser nicht glotzen. Und wenn wir zusammen etwas glotzen so ist es wohl sinnvoll, wenn ich als Mutter oder Vater eine Sendung aussuche, die von der Sprache her auch was her macht. Als Massstab könnte gelten: Es darf auch für mich nicht zu kindlich klingen.“


Grafik: Joachim Zahn

  1. van den Heuvel et al., 2019 []
  2. Taylor et al., 2018 []
  3. Linebarger and Alker, 2005 []
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