zischtig.ch rät schon lange: Auch Smartphones gehören nicht ins Kinderzimmer. Und selbst bei Jugendlichen muss allenfalls sichergestellt werden, dass die nächtliche Erholung nicht gestört wird. Auch wenn Smartphones und Kommunikation wichtig und gut sind: Die spätabendliche Nutzung von Facebook, Instagram, WhatsApp & Co verkürzt bei den meisten Jugendlichen die Schlafdauer. Dies wir in einer neuen Studie aus Basel1 bestätigt. 

Veränderungen der letzten Jahre

Als zischtig.ch 2008 die ersten Erhebungen durchführte, war die Welt noch eine andere. Smartphones gab es noch keine. Lediglich die Jugendlichen mit PC oder Laptop im Zimmer hatten eine Chance, nach dem verordneten „Feierabend“ noch online zu gehen und über MSN oder Netlog mit den Freunden zu chatten. Mit der extremen Verbreitung von iPod touch, Tablets und Smartphones hat sich dies radikal verändert. Kinder und Jugendliche können den PC heute ins Bett nehmen. Sie können auch nach dem Lichterlöschen noch chatten, posten, kommentieren und gamen.

 

Die Studie

Es ist nicht erstaunlich, dass Jugendliche mit diesen Möglichkeiten abends länger und folglich auch mehr online sind. Und eigentlich ist jedem klar, dass dies zu späterem Einschlafen, Schlafmangel und Müdigkeit führen kann. Die Wissenschafter um Sakari Lemola haben mit der Befragung von 360 Jugendlichen eben solche Annahmen überprüft. Sie bestätigen, dass der Besitz elektronischer Geräte im Kinder-/Jugendzimmer diesen Effekt verstärkt. Sie stellen weiter fest, dass die späte Smartphone-Nutzung tatsächlich zu einer Verkürzung der Schlafdauer führt. Dies kann wiederum zur Beeinträchtigung der Gesundheit führen. Insbesondere depressive Störungen werden durch den Schlafmangel begünstigt2. Die Wissenschafter kommen in der Diskussion der Befunde zum Schluss, dass bei Eltern und Jugendlichen mehr Sensibilisierung notwendig ist.

 

Empfehlung

Auch hier gilt: Machen Sie sich über das abendliche oder gar nächtliche Medienverhalten Ihrer Kinder schlau. Von Kindern und aus Interventionen wissen wir, dass nach dem Lichterlöschen mehr gechattet wird, als Eltern ahnen. Kinder berichten: „Wenn Mami nochmals auf war, dann aber wieder im Bett ist, dann kann ich mit dem iPod chatten. Man sieht dann das Licht nicht mehr unter der Türe durch.“ So sind oft schon Viertklässler länger online als erwartet. Neben Gesprächen können auch das Studium der Chat-Zeiten (Chat-Protokolle) und eigenes online gehen Klärung verschaffen.

Diese Klärung ist wichtig. Denn: Es gibt viele Jugendliche, die den „Absprung“ aus dem Chat nicht schaffen. Hier sind im Sinne der Gesundheit elterliche Massnahmen gefragt. Nach wie vor am besten funktioniert dies, wenn nachts die Geräte eingesammelt werden:

Bild zum Text.

 

  1. Universität Basel, Sakari Lemola et al., Journal of Youth and Adolescence, September 2014 []
  2. Auch nachzulesen in einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung vom 21. Oktober 2014: Sophie von Wartburg, „Schlaflose Smartphone-Nutzer“ []
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