Claudia Gada, die Mitgründerin von zischtig.ch war beinahe 20 Jahre mit der Jugendlichen Mediennutzung befasst. Geht es weiter zu Angeboten für ältere Menschen? Ein Kurzinterview zwischen Claudia Gada und Vanessa Hau.

Du hast neulich übers Kürzertreten gesprochen. Kaum denkbar, dass du altershalber zurücktrittst. Du warst 2008 bei der Gründung von zischtig.ch mit dabei. Was hat sich in diesen Jahren verändert?

Mit dem Aufkommen der Mobilgeräte und neuerer Plattformen sind Kinder mehr Online und die Herausforderungen sind breiter geworden. Es geht nicht mehr nur um Cybergrooming, viel Bildschirmzeit und Kostenfallen. Selbst- und Lebenskompetenz sind wichtiger geworden. Man muss verstehen, wie man tickt und wie man sich abgrenzt. 

Du bist pädagogische ICT Supporterin und hast vieles kennengelernt. Vereinfacht das den Alltag?

Ja und nein. Zwischendurch ist es schon extrem, dass es einfach weiter geht. Manchmal wird man vielleicht auch etwas Müde. Erst kam das Internet, später Mails, dann das Handy, irgendwann das Smartphone, Videokonferenzen, Videomischpult, alles nur noch online … und jetzt kommt KI. Und überall mit umständlichen Anmeldungen und dubiosen AGB’s. Zuweilen ist es harte Arbeit überall dran zu bleiben. Man könnte das ganze Leben mit Problemlösungen verbringen.

Was ist für dich die grösste Herausforderung in der Gestaltung eines Lebens mit Medien?

Die Nerven nicht zu verlieren wenn es nicht funktioniert? Eher aber, die Bereitschaft für offenen Kontakt nicht zu verlieren. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir immer weniger miteinander reden. Wir telefonieren kaum noch. Wir haben Angst Menschen einfach anzusprechen. Sich selbst zu reflektieren und auch mal Gegensteuer zu geben, das ist herausfordernd. 

Lange dabei! Nun könntest du dich nächstes Jahr pensionieren lassen. Endlich keine Scherereien mehr mit Medien?

Nach wie vor interessiert mich was Online abgeht und wie Medien unser Leben verändern. Daher möchte ich nochmals Neues angehen. Mir schwebt vor, mehr „mit meiner Altersgruppe“ zu arbeiten. Ich möchte zusammen mit anderen Senioren dran bleiben. Die Herausforderungen bleiben ja auch in der dritten Lebensphase bestehen: Überrissene Abos, Betrugsversuche, neue Einstellungen und Ablenkung. Hier habe ich viel Wissen und möchte dies in bekannt unterhaltsamer Art weiter geben. 

Gibt es schon Erfahrungen?

Tatsächlich habe ich zusammen mit einem Partner schon Gruppen begrüsst. Oft denkt man für diese Generation an das Thema „Grosseltern und Medien“. Genau so gross sind aber die Themen „Alter und Social Media“ oder „KI“. Und ja: Einstellungen sind immer wieder gefragt.

Hast du noch Ziele für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

Aktuell arbeite ich mit dem Team daran, Eltern noch besser zu erreichen. Eltern mit einem neuen Durchblick, das dient auch den Kindern. Ausserdem möchte ich das Team unterstützen, das neue Webexperten Programm gut umzusetzen. 

Aktuell bieten wir zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz Luzern einen Kurs an am Montag, 09.11.2026, 14 Uhr bis 16.30 Uhr. Zu diesem können Sie sich hier anmelden: https://www.srk-luzern.ch/kurs/mediennutzung-von-kindern-srk-kanton-luzern-maihofstrasse-95c-6006-luzern-bmg2-26-lu

Oder sie entnehmen Informationen unserem aktuellen Flyer: