Was wenn die Kleinen schon wollen was die Grossen dürfen? Lösungsansätze und Hinweise.

Das ist eine der grössten Herausforderungen für Eltern: Altersgerechte Mediennutzung, ohne dass sich jemand benachteiligt fühlt. Doch wie lässt sich das im Alltag umsetzen, ohne dass es jeden Abend Diskussionen gibt?

Eine der schwierigsten Fragen

Viele Eltern erleben, dass die jüngeren Kinder heute früher Zugang zu Medien bekommen als ihre älteren Geschwister damals. Das liegt oft gar nicht an fehlender Konsequenz, sondern an der rasanten Entwicklung der digitalen Welt:

Früher gab es vielleicht kein eigenes Tablet oder Streaming-Angebote. Heute ist vieles allgegenwärtig und Kinder wachsen ganz selbstverständlich damit auf.

Gerade deshalb brauchen die Jüngeren klare Orientierung und Schutz. Es geht nicht darum, alles zu verbieten, sondern einen sicheren Rahmen zu schaffen.

Planung ist alles

Was hilft, sind feste, sichtbare Regeln. So wissen alle, woran sie sind, und viele Diskussionen erledigen sich von selbst.

Ein Familien-Medienplan kann dabei sehr hilfreich sein. Legen Sie gemeinsam fest:

  • Ab welchem Alter oder Schuljahr welches Gerät genutzt werden darf
  • Wer wann ein eigenes Gerät bekommt (und von wem)
  • Wie viel Bildschirmzeit pro Tag oder Woche erlaubt ist
  • Welche Apps, Spiele oder Filme altersgerecht sind

Tipp: Hängen Sie einen Ausdruck oder eine Kopie dieser Übersicht an einem gut sichtbaren Ort auf. So können Sie bei Fragen einfach darauf verweisen: „Schau, so haben wir’s vereinbart.“.

Und wenn es trotzdem Streit gibt?

Natürlich wird es trotzdem Momente geben, die schwierig sind. Zum Beispiel:

Der Grosse darf einen Film schauen, der für die Kleine noch nicht geeignet ist. Oder die Ältere darf länger online bleiben als der kleine Bruder.

Folgende Strategien können helfen:

  • Räumliche Trennung: Vielleicht kann das ältere Kind seine Serie auf einem anderen Gerät oder in einem anderen Raum schauen.
  • Alternative Beschäftigung: Nutzen Sie die Zeit, um mit dem jüngeren Kind etwas Schönes zu machen. Beispielsweise zusammen etwas zu basteln, zu kochen, zu spielen oder rauszugehen.
  • Rücksicht üben: Wenn gar nichts anderes möglich ist, darf das ältere Kind Rücksicht nehmen. Das mag sich manchmal unfair anfühlen, ist aber eine wichtige Lektion fürs soziale Miteinander.

Haben Sie Tipps?

Diese Herausforderung hat sich mit der zunehmenden Mediatisierung des Lebens verschärft. Leider gibt es noch wenig bekannte Tricks. Sollten Sie als Mutter oder Vater erfolgreiche Strategien und Handlungen kennen, so nehmen wir diese gerne auf. Für brauchbare Einsendungen schenken wir Ihnen ein „Handbuch Medienerziehung“. Dies können sie unter folgender Mailadresse tun joachim.zahn@zischtig.ch

Raster zum Download

Der hier bereitgestellte Raster ist einfach ein Beispiel aus dem Alltag einer Familie. Die definierten Punkte sind nicht als „das grosse Ideal“ zu verstehen. Legen Sie Ihre eigenen Regeln fest.

Als weiteres Hilfsmittel könnte ihnen auch noch die Medienvereinbarung helfen, welche unter folgendem Link zu finden ist. Medienvereinbarung