KI hält Einzug in Klassenzimmer, Wohngruppen und Familien. Was für viele nach Zukunft klingt, ist längst Alltag: Chatbots, Übersetzungsprogramme oder Bildgeneratoren gehören zum Werkzeugkasten von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig birgt sie Risiken wie Fehlinformationen, Abhängigkeit oder Verunsicherung durch Deepfakes. Der Schlüssel liegt nicht nur in der Kontrolle, sondern in einer pädagogischen Haltung, die Orientierung Reflexion und Dialog ermöglicht.
Viele Kinder und Jugendliche nutzen KI längst im Alltag. Eine Studie von Internet Maders (2025) zeigt, dass 64% der 13–17-Jährigen einen Chatbot brauchen. Hausaufgaben werden mit ChatGPT gelöst, Bilder für Social Media mit Apps wie Canva oder Midjourney erstellt und Übersetzungen mit DeepL optimiert. Für uns als Begleitpersonen kann KI-Türen öffnen, um ins Gespräch zu kommen.
Eine jugendliche Person zeigt stolz ein von KI generiertes Bild? Perfekt, um über Kreativität, Originalität und Urheberrecht zu sprechen. Eine Gruppe nutzt KI für Hausaufgaben? Anlass, gemeinsam zu hinterfragen, was die Maschine liefert und wo eigenes Denken gefordert bleibt.
Chancen: Unterstützung und Teilhabe
- Lernhilfe: KI kann schwierige Texte vereinfachen, Erklärungen liefern oder kreative Ideen beisteuern. Jugendliche mit Lernschwierigkeiten profitieren von der Zugänglichkeit.
- Sprachliche Barrieren abbauen: Übersetzungstools oder eine vereinfachte Textdarstellung machen Inhalte verständlicher
- Individuelle Förderung: KI kann Lerninhalte an das Tempo und das Niveau einzelner Jugendlicher anpassen
Risiken: Orientierung statt Verbot
- Fehlinformationen: KI erfindet oft Inhalte. Jugendliche sollten lernen, Quellen zu prüfen und nicht alles zu glauben, was ein Chatbot sagt
- Deepfakes: Manipulierte Bilder und Videos können Misstrauen oder Mobbing verstärken. Wichtig ist, dass Fachpersonen und Eltern Jugendliche befähigen, solche Inhalte zu erkennen. Vielleicht mit einer umgekehrten Bildersuche https://tineye.com
- Abhängigkeit: Manche Jugendliche nutzen KI so stark, dass eigenes Denken in den Hintergrund rückt. Hier hilft es, KI als Werkzeug statt als Ersatz zu verstehen und es mit den Jugendlichen zu thematisieren.
Tipps und Tricks
- Gemeinsam ausprobieren: Lassen Sie sich von Jugendlichen zeigen, wie sie KI nutzen
- Reflexion fördern: Fragen Sie: „Was an dieser KI- Antwort überzeugt dich? Wo wärst du kritisch?“
- Kreativ nutzen: Statt KI nur für Hausaufgaben zu verwenden, probieren Sie gemeinsam Bilder oder Geschichten aus.
- Regeln vereinbaren: In Wohngruppen oder Familien kann es hilfreich sein, Regeln transparent aufzustellen. Wann wird KI genutzt? Und welche KI? Muss es denn ChatGPT sein oder kann es eine europäische Alternative sein? Vielleicht Le Chat.
- Kompetenzen stärken: Trainieren Sie mit Jugendlichen, Fake News und Deepfakes zu erkennen
- Das absolute Minima im Alltag: Zuerst überlegen, dann recherchieren und dann prompten
- Was gibt es für Hilfen vielleicht auch im Suchtbereich Ready4Life
Fazit
Es ist entscheidend, dass wir Kinder und Jugendliche nicht allein lassen, sondern ihnen beibringen, KI kritisch, kreativ und selbstbewusst einzusetzen. So wird aus technischer Faszination eine echte Lernchance und aus Unsicherheit ein Raum für Dialog und Vertrauen.
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Über die generell negativen Aspekte der KI-Nutzung berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt.
Quelle
Studie Internet Matters (2025): https://www.internetmatters.org/wp-content/uploads/2025/07/Me-Myself-AI-Report.pdf