Warum hält das Smartophone Kinder und Jugendliche wach? Sind es die Blaulichtanteile des LED? Das Chaten oder das Gamen? Die JAMESfocus Studie geht dieser Frage nach.

Im Rahmen unserer Arbeit mit Eltern an verschiedenen Schulen wird oftmals das Thema aufgeworfen, wie die Mediennutzung den Schlaf der Kinder und Jugendlichen beeinflusst. Nach der JAMES–Studie 2014 besitzen mittlerweile 98% der schweizer Jugendlichen ein eigenes Handy. Zusätzlich nahm der Anteil an eigenen Tablets seit der letzten Erhebung 2012 um 18% auf rund 29% zu.

Eine Fülle an Studien zusammengefasst

Schlafmangel oder schlechteren Schlafqualität können natürlich verschiedenste Ursachen haben. Einerseits sind das innere Faktoren (Pubertät, Schlafphasenveränderung, Hormone) und anderseits äussere Faktoren (frühe Schulstarts, sozialer Druck, Anforderungen in Schule o. Betrieb). Neben diesen Faktoren stellt sich natürlich die Frage, welchen zusätzlichen Einfluss digitale Medien auf die Schlafdauer und Schlafqualität haben können. Aus zahlreichen Studien kann festgestellt werden: Erhöhte Nutzung tagsüber resultiert in erhöhter Nutzung vor dem Einschlafen. Dies kann diverse Mechanismen auslösen, die den Kindern den Schlaf rauben:

  • Schlafersetzung, wachen statt schlafen
  • Emotionale und körperliche Erregung
  • Biorhythmusstörungen aufgrund der Blaulichtanteile
  • Ungesunde Körperhaltungen (auch Verspannungen)

Können Eltern überhaupt etwas tun?

Es zeigt, dass die Kontrolle der Eltern ein wichtiger Bestandteil zur Regelung der Einschlafzeiten ist. Präventiv, also bevor Schlafprobleme überhaupt auftreten, sind Regeln im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Medien festzulegen. Elektronische Medien (Fernseher, Smartphone, Tablets, iPods, usw.) sind in Schlafzimmern zu vermeiden. Durch die hohen blauen Lichtanteilen in den LED-Bildschirmen wird dem Körper Tageslicht vorgetäuscht und die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin wird stark verzögert. So können aber auch Schlafschwierigkeiten zu erhöhter Mediennutzung führen. Falls Geräte zum Einschlafen oder Ablenkung genutzt werden, kann dies wiederum grössere Schlafprobleme auslösen. So bildet sich ein digitaler Teufelskreis.

Was ist normal?

Zu den Ergebnissen der JAMES-Studie: Die meisten 12- bis 19-jährigen Schweizer Jugendlichen schlafen zwischen 22.00 und 24.00 Uhr ein. Daraus resultieren rund 8h-8.5h Schlaf, nimmt mit dem Alter jedoch ab. 16- bis 19-jährige schlafen noch 7.5h. Während Schulwochen fühlen sich 50% der befragten Jugendlichen nicht erholt. Zusätzlich gibt es interessante Unterschiede zwischen den Landesteilen. Deutschschweizer Jugendliche weisen zwar die kürzeste Schlafdauer auf, fühlen sich aber signifikant erholter als Jugendlicher aus der Romandie oder dem Tessin.

Hilfe!

Falls Schlafstörungen bereits bestehen, können folgende Tipps als Lösungsansätze dienen:

  • Risikofaktoren eindämmen:
    • Verbannung des Handys aus dem Schlafzimmer
    • Reduktion der Game-Häufigkeit
    • Partybesuche verkürzen
  • Schutzfaktoren fördern:
    • Mehr mit der Familie unternehmen
    • Analogen Hobbys mehr Zeit einräumen
    • Regeln zur Mediennutzung durch die Eltern

Die Durchsetzung solcher Ansätze ist nicht immer einfach. Die Geräte sind bereits fester Bestandteil der sozialen Interaktion – Tag und Nacht. Aber mangelnde Erholung kann bei einer Chronifizierung zur Gefahr werden. Deshalb lohnt es sich, Regeln durch zu setzen und den Jugendlichen somit ihren nötigen Schlaf zu verschaffen.

Hier finden Sie den JAMESfocus-Bericht 2015.

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