Mit den Handy-Kameras entstand eine völlig neue Art von Kurzfilmen. Die spezielle Art des Ausdrucks findet gerade bei Jugendlichen eine hohe Beliebtheit. Youtube trägt ausserdem zu einer rasanten Verbreitung dieser Filme bei. Die Ausstellung zeigt, wie die Filme eingeordnet und verstanden werden können. Sie schafft ein Verständnis für die spezielle Kultur. 

 

Ein junges Phänomen

Das Phänomen ist noch nicht sonderlich alt. Schliesslich ist es erst etwa 10 Jahre her, seit die Hersteller den Handys einigermassen taugliche Kameras spendierten. Doch kaum waren sie da, wurden sie gerade von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgiebig genutzt. Ereignisse die bislang nur fotografisch dokumentiert werden konnten, wurden plötzlich in Kurzfilmen festgehalten.

Lustige Ansagen, Auftritte, Schul- und Alltagsszenen wurden eingefangen und von Gerät zu Gerät oder per Youtube geteilt. Mit günstigen Mobil-Tarifen und WhatsApp hat sich der Handyfilm definitiv zu einem wichtigen Teil der aktuellen Jugendkultur gemausert.

 

Kultur vs. Paranoia

Leider geniesst der Handyfilm bei Erwachsenen keinen guten Ruf. Oberflächlich, blöd, oft gewalttätig! So das Urteil Vieler. Eine durch den Nationalfonds finanzierte Studie belegt nun, dass gerade die gefilmte Gewalt kein grosser Stellenwert geniesst. Bei den Handfilmen der Jugendlichen geht es mehr um das festhalten und zeigen wichtiger Momente. In diesem Sinne sind die Filme ein Spiegel der Gesellschaft. Sie zeigen, was Jugendliche heute wirklich bewegt.

 

Eine Ausstellung zum Phänomen

In Ergänzung zur Forschungsarbeit ist eine Wanderausstellung entstanden. Diese zeigt mit originell gestalteten Video-Stellen Handfilme und Erörterungen zum kulturellen Phänomen. Vom 15. März bis zum 14. April gastiert die Ausstellung in Zürich. Von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 18 Uhr, kann die Ausstellung an der PH Zürich im Eingangsbereich des Gebäudes LAC an der Lagerstrasse 2 besucht werden.

Unsere Mitarbeiterin aus Bern hat die Ausstellung in Bern bereits besucht. Ihr Fazit: Wer eine grosse Ausstellung die viel zeigt erwartet wird enttäuscht. Die Ausstellung ist klein aber informativ. Sie eignet sich vor allem für jene, die sich neu mit dem Phänomen der Handyfilme auseinandersetzen möchten. Oder für Eltern, die mit ihren Kindern über einen kurzen Ausstellungsbesuch ins Gespräch kommen möchten. Wer die Ausstellung mit einer Klasse besuchen möchte, muss Einiges in die Vorbereitung investieren.

 

Link:

www.handyfilme.net

 

Bild: Annette Huber

 

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