Games wie Roblox, Brawl Stars, Fortnite etc. sind bei vielen Kinder und Jugendlichen beliebt und die freie Zeit wird mehrheitlich diesen Spielen gewidmet. Sie wollen es jeden Tag spielen und denken schon während dem Unterricht an das Spiel.

Was ist ein Free-to-Play-Spiel?

Ein Free-to-Play-Spiel ist ein Videospiel, das kostenlos heruntergeladen und gespielt werden kann. Es gibt keine Kaufpflicht, um das Spiel zu starten oder den Grossteil des Inhalts zu nutzen. Sie finanzieren sich über In-Game-Käufe (Käufe, die man im Spiel tätigen kann). Spieler können echtes Geld ausgeben, um zum Beispiel virtuelle Währungen, Skins, Charaktere oder Vorteile zu kaufen. Manche Spiele setzen stark auf ein sogenanntes Pay-to-Win-Element, bei denen zahlende Spieler Vorteile haben.

Falls sie mehr von den Inhalten erfahren möchten, hier gibt es dazu einen Beitrag.

Wie kann ein Free-to-Play-Spiel Kinder und Jugendliche so in den Bann ziehen?

Das Geschäftsmodell mit den Free-to-Play-Spielen ist klug aufgebaut und enthält einige psychologische Tricks. Es braucht vier Schritte:

Das Spiel ist vermeintlich kostenlos.

Nur schon, dass das Spiel zum Gratisdownload angeboten wird, lockt es viele Spieler:innen an.

Das Spiel zur Gewohnheit machen.

Verlockungen durch Gratisbelohnungen für jeden Tag, bei dem sich der Spieler:in einloggt. Die Spieler:innen werden sozusagen «konditioniert», die Belohnungen jeden Tag zu holen. Die Belohnungen werden von Tag zu Tag besser. Verpasst man einen Tag sind die Belohnungen schlechter.

Zur Kasse bitten

Am Anfang kann man sein Charakter schnell aufwerten. Das nutzen die Spiele aus, denn die Spieler:innen gewöhnen sich an das schnelle Level-Up und wollen dieses Tempo beibehalten. Somit wird das Spiel zum Pay-to-Win-Modell. So muss man dafür bezahlen, seinen Charakter schneller aufwerten zu können.

Events und zeitlich limitierte Angebote schaffen immer neue Kaufgelegenheiten. Fortnite beispielsweise kooperiert mit vielen grossen Charakteren oder Marken wie Spider-Man oder auch bekannte Musiker:innen.

Lootboxen

Lootboxen sind digitale Päckli, dessen Inhalt zufällig ist. Man kann sie mit den Fussballbilder während der Fussball Weltmeisterschaft vergleichen. Man kauft eine Lootbox, ohne zu wissen, was genau drinsteckt. Wenn man einen bestimmten Gegenstand möchte, muss man auf gut Glück solche «Päckli» kaufen, bis der Gegenstand drin ist. Das Spiel benutzt den Überraschungseffekt und verleitet Spieler:innen mehr öffnen zu wollen.

Lohnt sich dieses Geschäftsmodell für das Unternehmen?

Es ist ein ausgeklügeltes Modell, bei denen viele Unternehmen mit Psycholog:innen das Konsumverhalten analysieren und die Spiele so entwickeln, um möglichst viele in seinen Bann zu ziehen. Wie es sich zeigt, Lohnt sich dieses Modell für die Unternehmen. Brawl Stars macht allein durch In-Game-Käufe 1.7 Millionen US-Doller Umsatz pro Tag. Bei Fortnite sind es 2 Millionen US-Dollar pro Tag.

Was können Sie als Eltern tun?

Wir empfehlen mit dem Kind über das Geschäftsmodell zu sprechen, reflektieren und gemeinsam sich einige Fragen zu stellen:

  • Was ist «gratis» und für was muss ich bezahlen?
  • Was darf gekauft werden?
  • Lohnt sich der Kauf?
  • Welche Features kosten Geld?
  • Wie stark wird zum Kauf gedrängt?

Sinnvoll ist es, die Zahlungsmethoden einzuschränken und einen Passwortschutz zu aktivieren. Wichtig: Für die Kinder und Jugendliche ist es reizvoll zu versuchen, den Code zu knacken. Ändern sie den Code alle paar Monate.

Statt eine Kreditkarte hinterlegt zu haben, kann man Guthaben draufladen und es somit finanziell limitieren.

Kostenpflichtige Spiele verführen seltener zu ständigen Käufen, aber sicher ist das nicht. Wer beim Kauf aufpasst und das Spielverhalten beobachtet, schützt die Kinder und Jugendliche vor versteckten Kostenfallen, egal ob gratis oder nicht.

Gratisspiele sind nicht immer schlecht, viele sind kreativ, spannen und verbinden weltweit. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche verstehen, dass hinter dem Spiel ein Unternehmen steckt, das Geld verdienen will. Wer das durchschaut, spielt bewusster.