Die App von fragFinn liefert gute Antworten im «Fröglialter». Doch die Funktionen der Suchmaschine sind bald erschöpft. Wird das Kind älter, sprengt es unweigerlich den geistigen Rahmen des kindersicheren Programms.

Aufgebaut ist fragFinn sehr simpel. Ein grüner Suchbalken dominiert das Feld. Die Suchbegriffe können hier ohne Vorbehalte eingegeben werden. Die Ergebnisse haben einen aufklärerischen Ansatz. Konkret sind dies Webseiten einer «Whitelist», also von fragFinn als unbedenklich befundene Seiten im deutschsprachigen Raum. Kinderseiten werden in den Suchresultaten bevorzugt angezeigt. Die Suchmaschine bietet die Möglichkeit, Kinder ohne Bedenken ihre eigenen Verständnisfragen klären zu lassen.

Breite Suche

Das Spektrum ist hier breit und betrifft auch Webseiten, die sexuelle Aufklärung betreiben. Das gibt auch dem Kind die Möglichkeit, im Umfeld aufgeschnappte Begriffe zu klären und sich unaufgeregt und selbstständig zu informieren. Spezifische Fragen können über den Button postFACH auch direkt ans fragFinn-Team gestellt werden, über webTIPP kann eine Lieblingsseite mitgeteilt werden. Ein «Eltern»-Knopf bietet dieselbe Möglichkeit der Interaktion und Informationen zur App und Erklärungen zum Datenschutz.

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Rechtliche Unsicherheit

Bei rechtlichen Fragen wird die Informationsbeschaffung jedoch schwierig. Da die meisten Seiten aus Deutschland stammen, wird die dortige Rechtslage wiedergegeben. Diese ist oft um einige Jahre verschoben, gerade wenn es um die Strafmündigkeit und das Schutzalter geht. Aus diesem Grund gilt auch hier: ein direktes Gespräch mit dem Kind, in dem die App vielleicht als Unterstützung gemeinsam konsultiert werden kann, ist sicher das Beste.

Es stellt sich auch die Frage, für welches Alter fragFinn geeignet ist. Die Suchergebnisse decken ein breites Spektrum an Wissen ab. Bei einer Suchanfrage werden keine Vorschläge wie etwa bei Google gemacht, was Kinder weniger in Versuchung bringt, ihre Neugier auszureizen. Die App liefert sowohl Primarschülern als auch Jugendlichen, die ihre Sexualität entdecken Informationen, die den heutigen pädagogischen Konzepten entsprechen.

Eines unter vielen

fragFinn ist aber letzlich immer nur ein App unter vielen auf einem Tablet. Ist die Suche oder sind die Resultate unbefriedigend, ist der Sprung auf eine andere, herkömmliche Suchmaschine natürlich schnell gemacht. Verhindert werden kann der Kontakt mit dem unzensierten Internet auch mit der fragFinn-App nicht. Die kindersichere Suchmaschine ersetzt die Begleitung durch die Eltern im Umgang mit einem mobilen Gerät also nicht. Verfügbar ist die App für die Plattformen Android und iOS.

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