Alle sprechen von Nachhaltigkeit. Warum sollte diese beim Smartphone enden?

Anfangs November 2021 habe ich mein Fairphone 4 eingerichtet. Ich habe mir vorgenommen, nach einem Jahr einen Testbericht zu schreiben. Diesen Zeitpunkt habe ich verpasst. Dies liegt auch daran, dass sich das Handy perfekt in meinen Alltag integrierte. Warum über ein Gerät einen Bericht schreiben, das völlig problemlos läuft? Weil wir meiner Meinung nach mehr auf fair produzierte Güter achten könnten. Auch bei den Handys!

Intensive Nutzung

Als Mitarbeiter bei zischtig.ch stehe ich oft vor Lernenden. Medienunterricht ist angesagt! Ich leite Seminare zur Medienpädagogik an höheren Fachschulen und Fachhochschulen. So bin ich auf ein Gerät angewiesen, das eine gute Leistung bringt und mich nicht im Stich lässt. Der Akku muss stundenlang halten und im Notfall will ich ein Display selbst auswechseln können. Nun sind mir aber Ethik und Ökologie genauso wichtig. So kommt es, dass ich immer wieder Geräte außerhalb des Mainstreams testen „muss“. Geräte, die ohne Kinderarbeit, ohne die Finanzierung von Kriegsherren und möglichst ohne Umweltverschmutzung hergestellt werden. So habe ich vor Jahren bereits das Fairphone 2 getestet. Danach für mehr als zwei Jahre ein Shift-Phone. Alle Handys sind Modular aufgebaut. Komponenten können daher zuhause ausgetauscht werden. Alle getesteten Mobilgeräte sind gut. Aber nun ein Handy mit Speed!? Mit einer 40 Megapixel Kamera? Rezyklierte Materialien? Android 12? Super-Akku?

„Foif Ge“

2021 ist mit dem Fairphone ein Mobilfunkgerät mit dem neuesten Funk Standard 5G auf den Markt gekommen. Für einen Intensivnutzer ist diese Technologie zuweilen sehr wichtig. Beispielsweise, wenn ich mit einem großen Kurs auf Zoom arbeiten darf, gerne mache ich dies auch von unterwegs, dann bin ich auf eine superstabile und schnelle Internetverbindung angewiesen. Auf dem Fairphone 4 lässt sich das schnelle 5G zuschalten. Große Datenmengen herunterladen? Große Dateien hochladen, wenn es denn mal sein muss? Alles funktioniert tadellos. Auch grössere Präsentationen oder Videos sind kein Problem.

Der Alltagstest

Neben dem Kriterium der Nachhaltigkeit, spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle: 

  • Mir ist es wichtig, dass die Kamera gute Leistungen bringt Schließlich muss ich immer wieder Fotos erstellen, die später für Präsentationen, Printprodukte oder Posts taugen. 
  • Auch die störungsfreie Telefonie bleibt für mich ein wichtiger Punkt. Schließlich ist mein Alltag in Verbindung mit vielen Lehrpersonen, Fachpersonen sowie der Familie nach wie vor geprägt von vielen Telefonaten. 
  • Zudem sollte die alltägliche Nutzung einfach vonstatten gehen: sind alle Knöpfe, wo sie sein sollten? lässt sich der Ton gut ausschalten? Bin ich schnell in den Anwendungen?
  • Mein Smartphone muss aber auch alle pädagogisch relevanten Apps spielen. 

In praktisch allen Belangen hat das Smartphone sehr gut abgeschnitten. Super Akku! Dieser wäre zur Not mit zwei drei Handgriffen selbst ausgetauscht. Meine Fotos kann ich für unterschiedlichste Bedarfe einsetzen, meine 200 Apps laufen und der Fingerabdrucksensor an der Seite des Gerätes passt. 

Optimierungsmöglichkeiten?

Das Einzige, was meiner Meinung nach noch besser laufen könnte, ist der Annäherungssensor. So wie ich das Smartphone halte, kann es einmal pro Monat vorkommen, dass beim Telefonieren das Display mal nicht gesperrt ist. So habe ich schon aus Versehen auf stumm geschaltet. Ob das bei anderen Nutzerinnen und Nutzern auch so ist, kann ich nicht einschätzen.

Und sonst? Ich habe eher dicke Finger. Das kann beim durchschnittlich grossen Display zu Vertippern führen. Insbesondere, wenn ich in der einhändigen Bedienung, mit dem grossen Daumen über das Display gleite.

Last but not least musste ich feststellen, dass die eigentlich gute Kamera nicht immer perfekte Videos liefert. Bei anspruchsvollen Lichtverhältnissen, beispielsweise bei Gegenlicht, sind Scharfstellung und Bildqualität nicht immer optimal. Ich stelle mir aber vor, dass das bei anderen Herstellern auch so sein kann. 

Fazit?

Das Fairphone 4 eignet sich für die meisten Nutzerinnen und Nutzern. Eigentlich gibt es keinen Grund mehr, eine Marke zu erwerben, die nicht massiv auf Nachhaltigkeit setzt. Empfehlenswert. Übrigens musste ich noch kein Display austauschen. Obwohl das Handy schon vom fahrenden Rad gefallen ist. 

Übrigens: diesen Text habe ich auf dem Fairphone 4 diktiert.

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