Digitale Angebote sind attraktiv. Die Herausforderung: Früh üben, dass ein ausgeglichener Alltag wichtig ist. Das muss sichtbar gemacht werden.

Wie im Artikel „Medienbezogene Lebenskompetenz 1“ dargelegt, können Kinder und Erwachsene Lernen, sich gegen die aufmerksamkeitsheischenden Medien abzugrenzen. Natürlich ist das mit Kindern nicht immer einfach. Oft sind sie noch nicht in der Lage, dies kognitiv nachzuvollziehen. Eine reflektierte Diskussion ist daher selten möglich. Wir brauchen andere Wege, Kinder bei der Gestaltung eines ausgeglichenen Alltags zu unterstützen. Damit helfen wir den Kindern, die Freizeit mit förderlichen Aktivitäten zu verbringen. Dies ist eine Voraussetzung für die Entwicklung von Kompetenzen in den Bereichen Soziales, Emotionsregulation, Bewegung, Denken und Kreativität.

Visualisierung kann helfen

In Beratungssituationen hat sich gezeigt, wie wichtig die Visualisierung dieser Aspekte sein kann. „Wir zeichnen oder schreiben auf, was einen ausgeglichenen Alltag ausmacht. Was braucht mein Kind“. Mit der oben abgebildeten Tabelle kann man überprüfen, ob die Aktivitäten der letzten Woche ausgeglichen waren. Oder kam etwas zu kurz? So könnte das entsprechende Feld rot umrahmt werden. Und die Defizite können mit der Planung der kommenden Woche behoben werden. Zu wenig Bewegung?: Kommende Woche gehen wir ins Hallenbad. Kein Basteln? Ein Besuch in der Papeterie wird das Kind anregen.

Prüfen und Planen

Je älter die Kinder sind, um so eher kann der obige Raster auch gleich mit den Kindern bearbeitet werden. Dies ist auf jeden Fall eine Chance, auch mehr über die Ideen und Bedürfnisse der Kinder zu erfahren. Ist das Gespräch offen angelegt, so traut sich das Kind vielleicht auch zu sagen, dass es lieber nicht mehr ins Kinderschwimmen möchte. Jetzt will es Fussball spielen. Am liebsten im lokalen Verein.

Und wenn das nicht mit dem Kind beraten werden kann, so ist es doch hilfreich, wenn Eltern diese Gedanken leisten. „Ist der Alltag meines Kindes ausgeglichen? Kann ich etwas verbessern? Muss ich mich dazu allenfalls mit anderen Eltern zusammenspannen? Gibt es in der Gemeinde Angebote, welche die Kreativität fördern? Wie kann ich mir für mein Kind aktiv Zeit nehmen?“ Gehen Sie in die Handlung. Alle werden profitieren.

Ich gestalte

Oft verändert sich mit dieser Planung vieles zum Guten. Auch wenn es im ersten Moment anstrengend erscheint: Über diese Planung können mit der Zeit auch gute Gewohnheiten entwickelt werden. Vielleicht ist es irgendwann gar selbstverständlich, dass am Donnerstag nach der Schule abgemacht wird. Oder dass man sich als Familie jedes Wochenende Zeit nimmt für etwas gemeinsamen Mediengenuss. Auch dieser gehört zu einem ausgeglichenen Alltag mit dazu.

Weg von der Zeit-Diskussion

Das aktive Einplanen von Medienzeiten kann zudem dazu führen, dass es weniger Streit um die Medienzeiten gibt. „Meine Eltern oder Bezugspersonen sorgen dafür, dass ich auch Medien nutzen darf. Ich muss dieses Recht nicht erkämpfen oder verteidigen.“ Das gelingt nicht immer. Oft aber, insbesondere bei einer proaktiven Anwendung, beugt es Konflikten um die „Zeit“ vor.