Medienerziehung kann auch heissen, dass Eltern zusammen mit den Jugendlichen aktiv nach praktischer Mediennutzung suchen. Das kann auch im Familienalltag geschehen. Familienkalender auf dem Handy?

Sind Sie motiviert? Es gibt noch ein Bonusprogramm. Suchen Sie mit Ihren Pubertierenden nach kreativen und konstruktiven Anwendungen. Denn eigentlich sitzen wir alle im selben Boot. „Die sinnvolle Mediennutzung“ muss in vielen Bereichen noch erfunden werden. Es ist hilfreich, solches gemeinsam zu erproben. Die Jugendlichen sind uns schliesslich nicht wirklich voraus. Mit den bisherigen Erfahrung am PC und im Internet können wir locker dagegen antreten. Zudem: Nur weil die heutige Generation das Smartphone praktisch in die Wiege gelegt kriegt, heisst das noch lange nicht, dass sie damit auch kreativ umgehen kann.

Den Alltag im Fokus

Bereits bei den alltäglichen Vereinfachungen könnten Kinder und Eltern profitieren: Wie wäre es, gemeinsam eine Familienagenda zu führen. In dieser werden alle wichtigen Termine von Kindern und Eltern eingetragen: Besuch bei Oma, Trainingsweekend, verschobene Geigenstunde, etc.

Auch familieneigene Rezepte liessen sich mit digitalen Medien besser sammeln und verwalten. Wie wärs mit Pinterest? Oder mit Evernote? Mit dieser Anwendung lernen die Kinder auch gleich eine Wissensmanagements-App kennen die fürs das spätere Lernen sehr hilfreich sein können.

Kreativität?

Leider fällt auch die Fähigkeit für gestalterisches Tun nicht einfach vom Himmel. Kinder brauchen allenfalls einen Anstoss. Heute könnte man auf dem Tablet beispielsweise ganz gut zeichnen lernen. Es gibt da motivierende Vereinfachungen1. Die Jugendlichen benötigten vielleicht lediglich einen Anstoss: Kaufen Sie einen Touchpen. Mit diesem geht es doch besser als mit dem Finger. Spendieren Sie den Jugendlichen eine werbefreie Zeichenapp. Das kostet nicht mehr als ein Sandwich, bringt Ihr Kind aber wesentlich weiter.

Die Qualität macht’s aus.

Eigenes Programmieren, Filmen, Texten! Solche Bildschirmarbeit hat eine gute Qualität. Das darf auch mal länger als eine Stunde dauern. Die Qualität spielt natürlich auch bei der alltäglichen Kommunikation eine Rolle. Führen Sie Gespräche über ethische Belange. Sensibilisieren Sie die Kinder dafür, dass im Falle von Mobbing und anderen Schwierigkeiten Hilfe geholt werden soll. Das hat nichts mit Petzen zu tun.

  1. Die Illustrationen zu diesen Artikeln wurden alle auf einem Tablet gezeichnet []
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