Wohl jede Generation von Eltern ist mit der Frage konfrontiert: Macht Fernsehen nicht einfach doof? Gibt es gute Sendungen? Und was bringen die wirklich? Worauf muss man achten?

 

Babysitter oder Bildung

Das Thema ist eigentlich alt. Und doch mit jeder Generation wieder neu diskutiert. Sollen Kinder fernsehen? Manfred Spitzer sagt sinngemäss: „Das Beste, was wir den Kindern beibringen können, ist, wie man diese Geräte ausschaltet.“ Erst neulich hat sich Manfred Spitzer im deutschen Fernsehen wieder in diese Richtung geäussert.

Wer den Fernseher als Babysitter einsetzt, tut tatsächlich gut daran, den familialen Umgang mit Medien zu überdenken. Nichts desto trotz: Nach einer Langzeitstudie zur Sesamstrasse verweisen diverse deutsche Internetseiten auf positive Effekte, welche sich beim Schauen ausgewählter Kindersendungen einstellen.

 

Fernsehen kann bilden

bildungsklick.de schreibt etwa: „Ob Vorschulfernsehen, Wissenssendungen oder Dokumentationen: Kindgerechte Formate können Neugier und Kreativität wecken sowie den Wortschatz bereichern und den Erst- und Zweitspracherwerb unterstützen …“. Verschiedene Studien verweisen auf diesen Zusammenhang. So erwähnt etwa die Franz Studie (Stamm, 2012, S. 38) die für den Spracherwerb günstigen Auswirkungen. Wichtig: Diese Effekte stellen sich nur ein, wenn das Fernsehen begrenzt, die Sendungen ausgewählt und der Konsum immer wieder begleitet ist.

 

Darauf muss man achten

Damit die Kinder vom Fernsehen profitieren, müssen Sie auf Folgendes achten:

  • Wählen Sie die Sendungen aus. Gute Sendungen sind beispielsweise „Kikaninchen“, „Löwenzahn“, „Willi will’s wissen“, etc. Gute Tipps zum Kinder-Fernsehen erhalten Sie auf www.flimmo.de
  • Meiden Sie Sender und Sendungen mit Werbeunterbrechnungen. Kleinen Kindern wird das schnell zu viel.
  • Begrenzen Sie die TV-Zeit. www.schau-hin.info empfiehlt beispielsweise, dass kleine Kinder nicht mehr als 20 Minuten fernsehen sollten.
  • Bei kleinen Kindern lohnt es sich, gemeinsam fernzusehen. So können Sie die Reaktionen der Kinder aufnehmen. Sie wissen auch, was das Kind gesehen hat. Allenfalls können Sie beobachten, was dem Kind speziell Eindruck macht und welche Begriffe es allenfalls in den Wortschatz aufnimmt.
  • Seien Sie zudem ein Vorbild. Sie werden beobachtet. Nutzen Sie den Fernseher für Ihre Information. Meiden Sie Zeiten des Zappens. Gönnen Sie sich etwas seltener Unterhaltung.
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