Kinder wollen entdecken. Als Eltern müssen wir wissen, was sie entdecken.

Dass Kinder fernsehen möchten ist normal. Dass sie neue Sendungen gucken möchten auch. Und dass sie am Handy oder Tablet experimentieren möchten, liegt auf der Hand. Doch was ist gut für die Kinder? Was ist für die Entwicklung von Moral, Bildung und Selbstwert eher hinderlich? Als Eltern müssen wir uns schlau machen.

Fernsehen?

Fernsehen ist nicht grundsätzlich schlecht. Es gibt einige Sendeformate, die der Bildung dienen oder Kinder mit guten Geschichten versorgen. Leider ist aber eine Mehrheit der sogenannten Kindersendungen weder für Kinder geeignet noch wirklich horizonterweiternd. Das soll mit den Kindern nach Möglichkeit immer wieder am Einzelfall diskutiert werden. Manchmal ist es auch in Ordnung einfach zu bestimmen, welche Sendungen „drin liegen“ und welche nicht. Für die Meinungsbildung bieten sich grundsätzlich zwei Wege an:

  • Wenn mein Kind eine neue Sendung schauen möchte, so schaue ich mit. Ich bilde mir eine Meinung und entscheide, ob diese Sendung ok ist. Ich diskutiere meine Ansicht mit den Kindern. Anhaltspunkte für die Meinungsbildung könnten sein: Sind die Inhalte altersgerecht? Kann ich hinter den vermittelten Werten stehen? Werden dem Kind neue Ideen oder Welten gezeigt? Ist die Sendung liebevoll gestaltet? Regt die Sendung zu eigenem Spiel an?
  • In der Beurteilung von Sendungen kann ich mich aber auch auf die Meinung von Experten verlassen. Eine der besten Seiten dazu ist www.flimmo.tv. Auf dieser Seite werden Fernsehsendungen und weitere Medien besprochen. Es gibt auch die Möglichkeit, ein eigenes Fernsehprogramm zusammenzustellen. Flimmo gibt’s übrigens auch als App für iOS und Android.

Screenshot aus www.flimmo.tv

 

Computer? Internet? Tablet? iPod touch?

Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets in unseren Haushalten führt dazu, dass auch kleine Kinder diese Geräte nutzen. Sofern dies nicht zur Überwindung von Langeweile geschieht, darf das ausnahmsweise mal sein. Doch ist auch hier darauf zu achten, was die lieben Kleinen genau machen. Ohne Kontrolle kann es schon in diesem Alter vorkommen, dass Kinder mit gewalttätigen oder pornographischen Inhalten konfrontiert werden. Die App iTube (Musik ab Youtube) zum Beispiel,  blendet in der Gratisvariante immer wieder Werbung mit entsprechenden Inhalten ein. Deshalb gilt:

Keine neuen Internetseiten, Apps oder Spiele ohne die Eltern!

 

Um sich hier schlau zu machen kommen Sie selten um den Selbstversuch herum. Das ist aber zunehmend einfacher, da auch die angebotenen Apps und Dienste immer simpler sind. Sie brauchen auch keine unbekannten Geräte mehr. Runterladen, installieren, sich anmelden … Ja! Sie dürfen und sollen als Eltern eine Anmeldung vornehmen, und dann natürlich ausprobieren. Wer Zeit und Musse hat kann dies selbstverständlich gleich zusammen mit dem Kind tun. Auch hier sollten Sie sich eine eigene Meinung bilden. Folgende Fragen können helfen:

  • Ist die Seite oder die App liebevoll gestaltet?
  • Werde ich mit Werbung konfrontiert?
  • Können wir die App gemeinsam nutzen?
  • Animiert die Anwendung zum Entdecken von Neuem?
  • Animiert die Anwendung für Offline-Spiele?
  • Animiert die Anwendung zu kreativem Tun?
  • Sind die Inhalte altersgerecht?
  • Welche Menschenbilder oder Geschlechter-Stereotypen werden vermittelt?

Sicher nicht geeignet sind Anwendungen, welche:

  • eher den Konsum anregen.
  • mit Werbung versehen sind.
  • immer wieder zum Besuch von Webseiten anregen.
  • nur alleine gespielt werden können.
  • zu viel Belohnung anbieten.
  • mit unklaren Kostenfolgen verbunden sind.
  • nicht altersgerecht sind.

Wichtig: zischtig.ch stellt immer wieder fest, dass Eltern die Mediennutzung von Kindern mit groben und unwahren Warnungen zu reduzieren versuchen. Aktuellerweise werden Kinder gewarnt mit: „Das gibt viereckige Augen!“, „Bei diesem Spiel hat es ganz viele Pädophile!“ oder „Wenn du Pornos siehst, kommt die Polizei!“. Leider führt dies bei Kindern oft zu belastenden Ängsten und allenfalls auch zu Schuldgefühlen. Daher: Wenn wir als Eltern auf Gefahren hinweisen, so muss das sachlich erfolgen. Zudem muss den Kindern gesagt werden, dass sie bei Schwierigkeiten auf jeden Fall an die Eltern oder andere Erwachsene gelangen dürfen. Und zwar ohne, dass gleich das grosse Donnerwetter anbricht und drakonische Strafen verhängt werden.

Hilfreiche Seiten zur Beurteilung von Spielen sind:

www.bupp.at

www.internet-abc.de

 

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