Darf man KI Nutzen? Wird heute nicht einfach zu viel verlangt? Können da Eltern noch unterstützen? Spielt Social Media im Bewerbungsprozess noch eine Rolle?
Mit der Berufswahl treffen Jugendliche eine wegweisende Entscheidung. Für viele ist es die erste grosse Wahl im Leben – eine Entscheidung, die ihre nächsten Jahre prägen wird.
Der Prozess ist neu und oft herausfordernd.
- Ist das wirklich der richtige Beruf für mich?
- Was, wenn ich später merke, dass er doch nicht zu mir passt?
- Und was, wenn ich noch gar nicht weiss, was eigentlich zu mir passt?
Antworten darauf findet man meist erst im Tun.
Sich selbst und den passenden Beruf besser kennenlernen
Schnupperlehren und Vorstellungsgespräche helfen Jugendlichen dabei, einen Beruf und den möglichen Lehrbetrieb besser kennenzulernen. Sie erhalten Einblick in den Berufsalltag, können offene Fragen klären und besser einschätzen, ob die Tätigkeiten zu ihnen passen. Gerade in dieser Phase ist die Begleitung durch Lehrpersonen und Eltern wertvoll – auch wenn die Entscheidung am Ende bei den Jugendlichen selbst liegt.
Gleichzeitig geht es im Bewerbungsprozess darum, sich selbst besser zu verstehen und bewusst zu präsentieren. Jugendliche setzen sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinander und lernen, ihre Eigenschaften realistisch einzuordnen. Denn vieles, was auf den ersten Blick als Schwäche erscheint, kann je nach Situation auch eine Stärke sein. Entscheidend ist, die eigenen Eigenschaften zu kennen und zu wissen, wie man damit umgehen kann.
KI und Social Media im Bewerbungsprozess
Heute kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: künstliche Intelligenz. Viele Berufe haben sich verändert, und auch der Bewerbungsprozess sieht heute anders aus als noch vor 15 oder 20 Jahren.
Tools wie euria, claude oder ChatGPT können beim Formulieren oder Strukturieren von Ideen helfen. Trotzdem ist Vorsicht geboten: KI ist nicht fehlerfrei und ersetzt keine persönliche Bewerbung. Sie kann unterstützen – aber nicht die eigene Persönlichkeit übernehmen.
Genauso wichtig ist der eigene Auftritt in den sozialen Medien. Lehrbetriebe werfen heute oft einen Blick auf Profile von Jugendlichen. Welche Inhalte werden gepostet? Wie kommentiert man Beiträge? Welche Bilder sind öffentlich sichtbar?
Social Media gehört zum Alltag junger Menschen. Umso wichtiger ist ein bewusster Umgang damit – einer, der im besten Fall für einen spricht und nicht gegen einen.
Was das für Eltern und Bezugspersonen bedeutet
Weil sich der Bewerbungsprozess heute in vielerlei Hinsicht von früher unterscheidet, sind auch Eltern und andere Bezugspersonen neu gefordert. Wie viel Unterstützung ist hilfreich? Wo macht der Einsatz von Chatbots Sinn – und wo ist eine persönliche Formulierung wichtiger?
Grundsätzlich gilt: KI darf im Bewerbungsprozess genutzt werden. Sie kann helfen, Gedanken zu ordnen, Formulierungen zu verbessern und Texte klarer zu machen. Gerade Jugendliche sollten diese Möglichkeit kennen und sinnvoll einsetzen dürfen. Entscheidend ist jedoch, dass die Bewerbung am Ende weiterhin persönlich bleibt und zur eigenen Sprache und Persönlichkeit passt.
Eltern können dabei vor allem im Hintergrund unterstützen. Oft nutzen Jugendliche KI als schnelle Abkürzung. Das Problem ist dann weniger das Tool selbst als die Art, wie es eingesetzt wird. Wer keinen guten Prompt liefert, erhält häufig auch unpassende oder schwache Antworten. Hilfreich ist deshalb, wenn Bezugspersonen beim Formulieren von einem guten Prompt mitdenken und Jugendliche dazu ermutigen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und weiterzubearbeiten.
In einem weiteren Schritt sollte das «dringende» Angebot bestehen, Bewerbungen nochmals gegenzulesen. Denn: Ist mal ein Text im Dokument, ist der Prozess für viele Jugendliche einfach fertig. Selbst wenn der Chatbot-Beitrag nicht gut ist.
Auch der ganze Prozess rund um Logins, Tools und digitale Abläufe kann anstrengend sein. Was für Erwachsene machbar wirkt, kann Jugendliche schnell verunsichern oder ermüden. Dann leidet oft die Sorgfalt bei den Inhalten. Gerade hier ist motivierende Begleitung besonders wertvoll: Nicht, indem man alles übernimmt, sondern indem man ermutigt, dranzubleiben, sauber zu arbeiten und am Schluss nochmals das Beste aus der Bewerbung herauszuholen.
Der Kurs «Stark im Bewerbungsprozess»
Diese Themen könnten auch Klassen aufnehmen. Dies mit dem Kurs «Stark im Bewerbungsprozess».
Die diplomierte Journalistin und ehemalige Radiomoderatorin vermittelt Jugendlichen, wie sie sich im Bewerbungsgespräch sicher präsentieren, ihre Stärken sichtbar machen und mit Schwächen professionell umgehen. Der Kurs kann über zischtig.ch gebucht werden.
Durch ihre Erfahrung als Moderatorin kennt sie die Wirkung von Sprache, Auftreten und Körpersprache. Als Social Media Managerin bringt sie zudem Wissen über Plattformen wie Instagram, TikTok oder Snapchat mit und zeigt, worauf es bei einem professionellen Online-Auftritt ankommt.
Der praxisorientierte Workshop verbindet Übungen, Inputs und Diskussionen und unterstützt Jugendliche dabei, selbstbewusst und authentisch in den Bewerbungsprozess zu starten.Mehr Informationen zum Kurs:
https://zischtig.ch/bewerbungsprozess/